Das Walchensee Kraftwerk

Das Walchenseekraftwerk eine technische Revolution

Das Walchenseekraftwerk, eine technische Meisterleistung, die in nur 6 Jahren in den Jahren 1918 bis 1924 realisiert wurde und die Basis für die Elektrifizierung darstellt. Grundlage für das Walchenseekraftwerk war die Ableitung der Isar in Krün. In Krün wurde eine Stauanlage errichtet, mit der der Krüner Stausee entstand und von dem aus das Wasser in den Überleitungskanal in Richtung Krün Wallgau geleitet wurde. Eine absolute technische Meisterleistung! Kurz vor Wallgau verschwindet der Kanal im Boden und wird unter der Finz einem Wildfluss durchgeleitet. Ein Fluss, der in einem künstlichen Tunnel unter einem Wildfluss durchgeleitet wird ist wohl ein einzigartiges Bauwerk für diese Zeit. Auf Höhe des Alpenhofs in Wallgau tritt die abgeleitete Isar wieder aus dem Boden und fließt im Kanal bis zum Krepelschroffen, dem Hausberg von Wallgau. Am Fuße des Berges fließt das Wasser in einem von Hand in den Berg geschlagenen über 800m langen Tunnel hinüber zum Sachensee. Man muss sich vorstellen, das der Tunnel ohne elektrisches Licht geschlagen wurde und das in einem unglaublich kurzen Zeitraum. Zur heutigen Zeit sind solche Bauzeiten weder in der Realisierung noch in der Genehmigung möglich. Das Lokomobil, eine mobile Dampfmaschine zum Antrieb von Transmissionsgeräten Das Lokomobil, eine mobile Dampfmaschine zum Antrieb von Transmissionsgeräten Aushub mit dem Dampfbagger Aushub mit dem Dampfbagger Der Sachensee selber wurde vergrößert und auch mit einem eigenen Stauwehr versehen um als Hochwasserpuffer genutzt werden zu können. Zudem wurde dort eine Turbine verbaut um das Gefälle zu nutzen. Von dort aus wird das Wasser der Isar zum Walchensee geleitet. Der Walchensee ist einer der tiefsten und zugleich mit 16,40 km² auch einer der größten Alpenseen Deutschlands und dient dem Kraftwerk als riesiges Speicherbecken. Das Walchenseekraftwerk ist als Kraftwerk zur Spitzenlasterzeugung konzipiert. Das bedeutet der Seespiegel senkt sich wenn das Kraftwerk in Betrieb ist. Wenn die Spitzenbelastung vorbei ist werden am Wasserschloss die Zuläufe geschlossen und die Turbinen stehen still. Der Seespiegel steigt dann wieder. Am Kochelberg wurde unterhalb des Seespiegels ein weiterer gewaltiger Tunnel geschlagen. Interessanterweise musste Oskar von Miller, der Planer des gesamten gigantischen Großprojekts, damals den geeigneten Standort von Tauchern erkunden lassen. Allerdings musste die Aktion als Rettungsaktion getarnt werden, da eine normaler Tauchgang nicht genehmigt wurde. Also auch damals war es nicht leicht für die großen Denker und Planer. Für die die den Tunnel geschlagen haben muss es schon ein seltsames Gefühl gewesen sein unterhalb des Wasserspiegels im fahlen Licht von Petroleumlampen vor sich hin zu hämmern. Zumal man ja nicht wusste, ob man mit dem nächsten Schlag auf eine Wasserader trifft. Der gewaltige Tunnel führte durch den Rammskopf am Kochelberg zu einem riesigen betonierten Wasserschloss, das den Zulauf zu den Hochdruckturbinen am Kochelsee steuert. Man muss sich vorstellen, das das Wasserschloss dem gewaltigen Druck des Walchensees standhalten muss. Unvorstellbar was passieren würde wenn das Wasser unkontrolliert abfließen würde. Am Wasserschloss, das auf 800m liegt, wird das Wasser in 6 mannshohen Hochdruckleitungen die 200 Höhenmeter auf 400 m Länge hinab zum Kraftwerk, das auf 600 m liegt,hinabgeklettert. Die Kräfte, die hier wirken, sind unvorstellbar. Mit 124.000 Kilowatt (124 Megawatt) war das Kraftwerk zur damaligen Zeit eines der größten der Welt und der technische Vorreiter in Bayern. Der Bau an sich, der ja praktisch in Handarbeit passierte, nur mit der Unterstützung von ein paar Dampfmaschinen und Baggern, war direkt nach dem Ende des ersten Weltkrieges ein großer Segen für die arme lokale Bevölkerung, die so die Möglichkeit hatte zumindest etwas zu verdienen. Oskar von Miller realisierte hier ein Projekt mit dem er die Elektrifizierung Bayerns weit voranbrachte und legte so einen wichtigen wirtschaftlichen Grundstein. Heute wäre ein vergleichbares Projekt in Bayern, das ja auch einen großen Einschnitt in die Natur darstellt, alleine schon wegen des Umweltschutzes nicht mehr möglich. Als weitere Wasserquelle wurde der Rissbach genutzt, dessen Wasser wurde wiederum durch mehrere Stollen in den Walchensee geleitet. Der Einlauf befindet sich am Niederrnachkraftwerk, in dem das Gefälle des einlaufenden Wassers ebenfalls für die Erzeugung elektrischer Energie genutzt wird.

Das Walchenseekraftwerk bei Kochel ist heute ein Tourismusmagnet und wird jährlich von über 100.000 Besuchern aufgesucht.
Adresse:
Informationszentrum Walchenseekraftwerk
Altjoch 21
82431 Kochel a. See

Öffnungszeiten:
Februar bis April: 10:00 – 16:00 Uhr
Mai bis Oktober: 9:00 – 17:00 Uhr
November: 10:00 – 16:00 Uhr
Dezember und Januar: Geschlossen
Führungen
Gruppenführungen sind nach vorheriger telefonischer Vereinbarung möglich.

Alle Angaben ohne Gewähr

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